Die unaufhaltsame Suche der Menschen nach dem Glück

„Das Leben ist ein Rummelplatz… Viele Leute, viel Hektik, ein Überangebot an Süßem  und ein Hinterherjagen nach aufblitzenden Glückssekunden.“  Manchmal braucht man nicht viel zum Lesen, nur das Passende für den Moment. Hier für euch

 EIN „TEXT-BILD“ ALS GEDANKENANSTUPSER FÜR ZWISCHENDURCH 🙂

Ein buntes Lichtermeer war dieser Anblick des fahrenden Riesenrades. Blau, rot, gelb, orange und grün flossen ineinander und es sah aus, als ob viele gesichtslose Leuchtraupen im Kreis hintereinander her krochen, eine nach der anderen. Die Nacht war die schönste Kulisse für das farbenfrohe Treiben auf dem Rummelplatz. Hunderte Menschen zogen an dem Mädchen mit dem grünen Kleid vorüber, berauscht waren sie von der stets gleichklingenden Kirmesmusik, der Zuckerwatte und den Adrenalinstößen der Achterbahn. Wie sie alle lachten und schrien vor Aufregung! Wie sie alle dem Spaß hinterherjagten! Wie weit entfernt sie vom Alltag und der Realität waren und wie sie diese Unwirklichkeiten genossen!

Sie alle waren auf der Suche nach dem Glück und waren erpicht darauf es zu finden. Narren waren sie, Narren, die glaubten, es außerhalb des wirklichen Lebens zu finden! Waren sie denn nicht müde vom ständigen Herumlaufen? Von der anhaltenden Suche nach etwas, das ihnen auf diese Weise sowieso nicht in die Hände fallen wird? Das Mädchen fand das irgendwie verrückt. Wussten sie denn nicht, dass das Glück auch einfach so, ganz plötzlich auftauchen kann? Ist man ständig in Bewegung, verpasst man es ja! Da rennen sie und denken nach wohin, denken nach, wovor sie weglaufen könnten, suchen irgendwo vorne das Ziel, weil sie es weiter hinten versäumt haben. Anstatt stehen zu bleiben oder sich zu setzen. Und die Zufriedenheit einfach kommen zu lassen. Im Jetzt. Aber sie laufen im Kreis- immer und immer wieder.

Das Mädchen mit dem grünen Kleid stand inmitten tobender und tosender Beine, die an ihr vorüberhuschten und hielt sich die Ohren zu. Aber sie sah die suchenden Blicke, die Eile und die Rastlosigkeit der vielen Leute. Also hielt sie sich stattdessen die Augen zu, aber sie hörte das Kreischen und das ständige Fragen der Menschen: Wohin sollen wir? Wohin gehen wir als nächstes?

Beides fand das Mädchen schier unerträglich. Darum machte es in der Menschenmasse kehrt und entfernte sich von dem Rummel, bis die Musik und die Stimmen der Leute nur noch aus der Ferne erklangen. Vor dem Mädchen lag nichts weiter als die Wiesen, die Wälder und die Dunkelheit. Und über ihr der Himmel. Als das Mädchen weit genug weg war, legte sie sich mit dem Rücken ins duftende Gras. Jetzt konnte sie durchatmen und fühlte sich freier. Augen zu, und innehalten. Genießen und dankbar sein. Für diesen einen Moment, in dem sie nichts muss. Nicht entscheiden, nicht lachen, nicht weinen, nicht diskutieren, nicht suchen, nicht losrennen. Nicht etwas wollen, nicht kämpfen, nichts wünschen, nicht grübeln..

Das Himmelszelt war reich an Lichtern und das war alles, was sie in dem Moment brauchte.

Das war Zufriedenheit.

Glück.

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