Das andere Leben (Teil 1)

Der Urlaub an der französischen Còte d´Azur war für Danny eigentlich zu teuer. Mit Müh und Not hatte er das Geld dafür zusammengekratzt, um seiner Frau Rose und seinem fünfjährigen Sohn Sam zumindest eine Woche im Paradies zu gönnen. Wenn Danny ganz ehrlich war, wäre er gar nicht erst hier, hätte gar nicht erst Urlaub genommen und säße stattdessen in seinem Büro um die Akten abzuarbeiten, die sich auf seinem Schreibtisch sicherlich schon gesammelt hatten. Seit zwei Tagen waren die Westwoods erst hier und schon jetzt hatte Danny keine große Lust mehr drauf. Er war nicht der Urlaubstyp und das tatenlose Rumliegen in der prallen Sonne war nicht seines.

Am Abend des zweiten Tages saßen die Westwoods im Restaurant, als am Nebentisch ein großgewachsener, kräftiger Mann mit seiner Familie Platz nahm. Danny schätzte, dass er in etwa fünfundvierzig bis fünfzig Jahre alt sein mochte. Er trug ein hellrosanes Hemd, dessen Kragen nach oben stand, eine riesige Rolex an seinem Arm und sprach mit seiner Frau auf Russisch. Diese war unglaublich schön: Jung, groß, schlank und ein Gesicht wie eine Porzellanpuppe. Die konnte doch nicht älter als sechs- oder siebenundzwanzig sein, dachte Danny und ertappte sich dabei wie er sie anstarrte. Ein enges rotes Kleid ließ erahnen, welch ein astreiner Körper sich darunter verbarg und ihre langen, dunkelblonden Haare saßen perfekt, ihr glänzender Lippenstift war fein säuberlich aufgetragen.

„Na“ unterbrach Rose sein Gaffen, „können wir jetzt bestellen oder brauchst du noch ein bisschen, um der Frau ein Loch in den Bauch zu starren?“

„Ich habe doch nur geschaut, wer unsere neuen Tischnachbarn sind“, antwortete Danny schnell.

„Ja klar, wenn ich auch mal so angeschaut werden würde von dir, dann hätten wir es zuhause auch mal wieder spannender.“

„Rose, lass gut sein!“

„Wie immer.“

Den restlichen Abend schwiegen sich die Beiden an, nur Sam schien nicht genug davon zu bekommen, von seinen neuen Freunden hier in der Hotelanlage zu schwärmen. Es ging nicht anders, aber Danny musste immer wieder zu der russischen Familie hinüberblicken. Das war doch eindeutig eine Heirat aufgrund seines Reichtums. So ein hübsches Ding hätte sich der Kerl sonst doch nie geangelt. Warum machte Rose sich nie so schick? Ja, sie war ganz hübsch anzusehen, aber seit einiger Zeit putzte sie sich nie mehr so wirklich heraus. Und deren Sohn schien sehr wohlerzogen zu sein. Hatte richtige Tischmanieren. Davon konnte sich Sam eine Scheibe abschneiden. Womit der Russe wohl sein Geld verdiente? Womit verdienten generell die reichen Russen ihr vieles Geld?

Sie schaute ihn an, die hübsche Frau. Während sie ihre Riemchensandalen zurechtrückte, blickte sie ihn direkt an, lächelte und zog mit der Hand, die eben noch am Schuh war, ihr Bein nach, bis sie sie auf dem Tisch wieder hinlegte und ihren Blick abwandte. Danny spürte, wie er von dieser kleinen Handlung sehr angetan war und hatte Mühe sich wieder auf seinen Sohn zu konzentrieren. Und Rose? Rose suchte gerade ihr Handy in der Handtasche und hatte nichts mitbekommen.

„Meine Mutter hat gesagt, sie ruft mich an und gibt mir Bescheid, wie es im Krankenhaus gelaufen ist. Es ist bald halb 10 und sie hat noch immer nichts von sich hören lassen.“ Murmelte sie vor sich hin, aber Danny war mit seinen Gedanken abwesend. Dann plagte ihn sein Gewissen und er versuchte sich auf seine Frau zu konzentrieren. Es ging ihr im Moment nicht besonders, weil ihre Mutter erkrankt war. Der Urlaub sollte sie auch davon etwas ablenken. Danny sollte sie ablenken und stattdessen schaut er irgendwelchen jungen Frauen hinterher.

„Lass uns noch am Strand spazieren gehen“ sagte er versöhnlich zu seiner Frau.

Am nächsten Tag lag Danny am Pool und las seine Zeitung, Rose wollte mit Sam in den Kinderclub. Die Sonne schien schon in diesen Morgenstunden besonders stark vom Himmel, sodass es am Strand nicht auszuhalten wäre. Während er Seite für Seite umblätterte, sah er im Augenwinkel die hübsche junge Russin mit ihrem Sohn um die Ecke kommen. Wieder konnte Danny seinen Blick nicht abwenden. Sie trug eine große, teure Sonnenbrille, einen schwarzen Bikini und hatte um die Hüfte ein schwarzes, transparentes Strandtuch gebunden. Ihre Haare trug sie zu einem hohen Rossschwanz. Sie war eindeutig ein Model, da war sich Danny sicher. Ein paar Meter dahinter tauchte auch ihr schwerreicher Ehemann auf, mit zwei Cocktails in der Hand. Die drei besetzen die Liegen direkt neben den Westwoods. Der Russe hielt seiner Frau einen Cocktail hin, woraufhin diese irgendetwas sagte.  Um nicht zu neugierig zu wirken, versuchte sich Danny auf seine Lektüre zu konzentrieren.

„Wollen sie Mojito, Kumpel?“ fragte ihn der Russe plötzlich, mit einer tiefen, aber doch laut Stimme.

Etwas überrascht antwortete Danny: „Wie bitte? Den Mojito?“

„Ja, Frau will ihn nicht, und zwei Cocktails so früh am Morgen schaffe ich nicht! Obwohl bin ich Russe!“ lachte er laut.

„Ja… ja, warum nicht. Vielen Dank.“

„Nikolaj Sorokin ist mein Name, und hier… das ist meine Frau Oksana und das mein Sohn Ivan.“

„Freut mich, freut mich sehr. Ich bin Daniel Westwood.“ Danny war etwas überrumpelt, schüttelte aber allen die Hand und lächelte freundlich. Die junge Frau sah aus der Nähe noch viel besser aus. Oksana.

„Das ist wirklich sehr nett von Ihnen, Nikolaj. Sie sind gestern angereist, richtig? Sie sitzen im Restaurant neben uns.“

„Jaja, gestern sind wir angekommen. Flug war zu spät, weil Privatjet konnte nicht landen, aber naja. Man glaubt, mit Geld ist alles einfacher, ist es nicht immer. Wenn Mann im Tower sagt: Nicht landen, dann dürfen auch 100 Millionen nicht landen. Aber für Rückreise passiert nicht mehr… habe schon dafür gesorgt.“

Was er genau damit meinte, wusste Danny zwar nicht, aber er wollte nicht nachhaken. „Na dann ist gut… Wie lange bleiben Sie?“

„Bis Sonntag, dann wir fliegen weiter, das ist nur Zwischenstopp.“ Mit drei Schlucken war Nikolajs Mojito leer. Oksana hatte sich fertig eingecremt, als sie aufstand und zum Pool ging. Danny kam nicht umhin, ihren makellosen Körper von oben bis unten anzusehen. Trotz seiner Sonnenbrillen schien der Russe es zu merken, denn er sagte mit lauter Stimme:

„Hübsches Ding meine Frau, nicht wahr? Jung, attraktiv und sagt nicht viel. Perfekt, nicht wahr.“ Und lachte wieder.

Danny war etwas überfordert mit der ganzen Situation, und spürte wie sein Gesicht rot wurde. Der Mojito um halb zehn morgens hatte es zudem in sich.

„Alles gut Kumpel, alles gut. Wir bestellen noch Mojito und lassen es uns gut gehen, in Ordnung?“

Als Rose mit Bobby zurückkam, saß Danny bei seinem dritten Getränk und unterhielt sich mittlerweile sehr lebhaft mit dem Russen. Sie schien über die Situation nicht besonders erfreut zu sein.

„Na da hat uns jemand aber nicht sonderlich vermisst“, sagte Rose aneckend, jedoch mit einem sehr freundlichen Lächeln. Das konnte sie gut. Danny machte sie bekannt und erstaunlicherweise war Nikolaji so charmant zu Rose, dass sie ganz ehrlich verlegen wurde von seiner höflichen Begrüßung. Danny kam es beinahe so vor, als hätte sie ihre Eifersucht Oksana gegenüber vergessen. Konnte sie im Grunde auch. Auch wenn Danny das Model attraktiv fand, so hatte Rose nichts zu befürchten. Und das wusste Rose in ihrem Inneren. So kam es, dass die beiden Familien den ganzen Tag miteinander am Pool verbrachten, um am Ende des Tages mit einer Portion Geselligkeit, Neugierde und Neid ins Zimmer zurückzukehren, um sich dort für den Abend zurecht zu machen.

„Das ist doch Wahnsinn, was manche für ein Schwein haben oder? Ich meine, wir leben nicht gerade schlecht, aber was diese Leute Geld zum Fenster rauspfeffern können, das ist doch verrückt.“

Auch Sam war ganz beeindruckt von der wohlhabenden Familie: „Mama, Ivan hat zuhause einen eigenen Spielplatz im Garten. Der gehört ihm ganz allein. Und ein Pferd. Und er ist erst sechs! Darf ich mal zu ihm spielen, Mama?“

„Nein Schätzchen, Sankt Petersburg ist definitiv eine Nummer zu groß für uns. Außerdem: Geld ist nicht alles. Wer weiß, ob die Leute auch wirklich glücklich sind mit so einem Leben“ meinte Rose, während sie sich ihren Bikini auszog und in die Dusche stieg.

„Soll das ein Witz sein, Rose? Heute sind sie noch hier in Frankreich, und nächste Woche in Miami Beach. Der Kerl besitzt einen Rolls Royce, `nen Privatjet, eine Yacht, eine Privatvilla am Bodensee, eine Modelfrau und eine fette Rolex am Arm. Und muss dafür anscheinend nicht mal sonderlich viel arbeiten. Nikolaj hat definitiv alles, was man sich so wünscht.“

Einige Minuten war bis auf das Plätschern in der Dusche nichts zu hören. Nach einer Weile machte Rose das Wasser aus und kam mit einem weißen Handtuch bedeckt heraus.

„Ok Danny… Und was hast du?“ Rose war von seiner Aussage definitiv gekränkt.

„Mein Gott, Schatz, du weißt doch genau wie ich das meine…“

„Ja klar. Wir sind heute in Frankreich, das wir uns gerade so leisten können, und nächste Woche schon wieder zu Hause in unserem Alltag. Du besitzt einen Kleinwagen und mietest eine Dreizimmerwohnung in der wohl unspektakulärsten Stadt Englands. Du hast eine alte Armbanduhr, die du von deinem Vater vererbt hast und die du grottenhässlich findest. Und… du hast bloß mich. Hoffentlich freust du dich zumindest über deinen Sohn.“

Bevor Danny irgendetwas erwidern konnte, war Rose aus dem Bad gestürmt. Er konnte sehen, dass sie Tränen in den Augen hatte. Es lief nicht besonders gut zwischen den Zweien, schon seit einer ganzen Weile nicht mehr. Danny wusste nicht, woran es lag und Rose wusste es auch nicht. Aber diese strohdumme Aussage von gerade eben, hat ihre Situation definitiv nicht verbessert.

Um den Abend halbwegs zu retten, schlug Danny die Einladung von Nikolaj aus, sich zu seiner Familie an den Tisch zu setzen. Danny wandte sich nicht einmal von Rose oder Sam ab, seine Aufmerksamkeit galt nur ihnen.

Auch am nächsten Tag mied Danny den Kontakt mit den Sorokins bewusst. Er wollte nicht noch mehr Unmut in den Urlaub bringen und wollte Rose vergessen lassen, was er von sich gegeben hatte. Er liebte sie und wollte nichts riskieren. Er sollte den Urlaub genießen, er sollte ihn mit seiner Frau und seinem Kind genießen, er sollte glücklich sein, mit dem, was er hatte. Denn das, was er hatte, war eigentlich wunderschön, nur vergaß er es ab und an. Rose schien sich auch beruhigt zu haben und so konnten sie sich wieder friedvoll miteinander unterhalten. Sogar den Kuss, den er ihr gab, erwiderte sie, als er sich kurz verabschiedete.

„Ich hole schnell Sams Sandspielzeug im Zimmer, bin gleich wieder da.“

„Ist gut.“

Danny war guter Dinge, dass die restlichen Urlaubstage noch schön wurden. Jedenfalls würde er alles dafür tun. Auf dem Weg durch die große Parkanlage hörte er Nikolaj Sorokin hinter sich rufen.

„Danny! Mein Freund! Warten Sie.“ Der Mann kam, bis er mit Danny Schritt hielt. „Alles gut? Haben wir etwas falsch gemacht?“

„Nein, nein, es ist alles in Ordnung… Sie müssen nur verstehen, meine Frau wünscht sich etwas Zeit mit mir. Alleine sozusagen, als Familie. Aber es ist nichts gegen Sie persönlich. Wir finden Sie, Oksana und Ivan wirklich sehr nett.“

„Aaaah, das ich gut verstehen. Da sind Frauen alle gleich. Aber ich schon gemerkt, dass Sie uns finden nett. Besonders Oksana, nicht wahr?“

„Ich weiß nicht, was Sie meinen…“

Nikolaj lachte und gab Danny einen kräftigen Klaps auf die Schulter. „Kommen Sie, haben sie Zeit, nur fünf Minuten? Ich möchte Ihnen zeigen etwas.“

„Eigentlich wollte ich nur schnell Sams Spielzeug….“
„Kommen Sie, ich halte Sie nicht lange auf.“ Nikolajs Hand lag immer noch auf Dannys Schulter und schob ihn in die Richtung eines der Luxus Bungalows. Wahrscheinlich war es seiner. „Kommen Sie rein, einen Moment!“

Danny wusste nicht, warum er in Nikolajs Zimmer gehen sollte, was er hier… Da sah er Oksana auf dem Bett liegen. Verführerisch in einem schwarzen Spitzendessous und offensichtlich auf ihn wartend.

„Was zum…“ Danny drehte sich zu Nikolaj und schaute ihn fragend an.

„Wir sind Freunde, Danny, oder? Freund macht dem anderen Freund Gefallen. Oksana ist meiner. Ich teile gerne…“

„Ich will nicht mit ihrer Frau schlafen, was denken Sie…“ Danny wurde wütend, allerdings wusste er nicht genau worüber. Dass ihm der Russe ein solches unmoralisches Angebot unterbreitete oder darüber, dass er dem Angebot irgendwie doch gerne nachgekommen wäre. Aber nein, das konnte er nicht tun. Und würde er auch nicht. Er fand Oksana mehr als anziehend, das gab er zu, aber er wollte seiner Frau auf keinen Fall wehtun.
„Ihre Frau wird es nicht erfahren, wie auch? Ich erzähle sicher nicht!“ grinste Nikolaj, als ob er Dannys Gedanken lesen konnte. Oksana stand vom Bett auf und ging auf Danny zu. Sie strich ihm sanft über den Arm und wanderte hoch an seinen Nacken, kam mit ihrem Gesicht nahe an seines. Er wich zurück. „Lassen Sie das! Was soll das hier, was wollen Sie von mir?“

„Ah Sie nicht blöd. Sie sind auch Geschäftsmann, ich auch. Oksana wäre Geschenk gewesen, aber wenn sie wissen wollen, was mein richtiges Angebot ist, dann auch gut!“ Nikolaj zuckte mit den Schultern und sagte zu Oksana auf Russisch, dass sie sich verziehen sollte. Jedenfalls ging sie aus dem Raum und ließ die Männer zurück.

„Ich habe ein Angebot. Sie tauschen Leben mit mir. Eine Zeit lang. Sie fragen nicht wieso, Sie machen einfach.“

Danny lachte auf. „Bitte was soll ich?“

„Wir tauschen Identitäten. Sie sind ich, ich bin Sie. Sie gehen mit meiner Familie, ich mit Ihrer.“

„Sie spinnen doch, warum sollte ich das tun?“

„Ich habe gesagt, keine Fragen. Sie machen einfach. Ist gut, dann können Sie mein Leben leben. Yacht, Villa, Sex mit schöner Frau, alles was Sie sich immer gewünscht haben, nicht wahr?“ Nikolaj grinste. In seinen Augen funkelte etwas auf, dass Danny zuvor nicht aufgefallen war. Der Kerl war nicht sauber. Der machte krumme Dinger und nun wollte er ihn mit hineinziehen.

„Das ist völlig verrückt, ich mache da auf keinen Fall mit!“

„Ich gebe 250.000 Euro für einen Monat Tausch! Sie können Leben leben, das sie schon immer wollten und ich behandle ihre Frau gut. Ihr Sohn wird es gut haben. Sie können mit Rose sprechen, alles wird kein Problem. Ein Monat. 250.000 und keine weiteren Fragen.“

Danny fehlten die Worte, so perplex war er.

„Nein, nein, das kann ich nicht tun, das ist unmoralisch und falsch.“

„Sie haben Moral, Danny. Sie haben Oksana abgelehnt. Aber das, dieses Angebot können Sie nicht ablehnen. Gewinnen beide, Sie und ich. Also?“

Danny gab zu, dass eine viertel Million mehr als verführerisch war, aber dieses Angebot war so fern jeglicher Realität, so unwirklich, dass er niemals darauf eingestiegen wäre.

„Wissen Sie was, Danny! Danny, mein Freund. Das zu viel alles jetzt. Sie überlegen noch. Reden mit Rose. Dann Sie entscheiden. In Ordnung?“

„Ich glaube nicht, dass ich mich um entscheide, Nikolaj. Das Ganze ist mehr als verrückt. Und ich würde jetzt wirklich gerne gehen.“

„Nur weil verrückt, muss nicht heißen, dass schlecht… Wir sehen uns heute Abend beim Essen. Und falls sie mein Geschenk doch wollen haben… Bitte immer gerne.“

Oksana kam wieder zurück ins Zimmer und erneut auf Danny zu. Das war das erste Mal, dass er sie auf Englisch reden hörte.

„Ich finde Sie sehr attraktiv, Danny, Sie haben Abenteuer verdient. Sie haben Geld verdient und sie haben Nacht mit mir verdient. Entscheiden Sie gut.“ Ihre Lippen berührten fast seine, als sie die Worte flüsterte. Danny tat sich schwer, der Versuchung zu widerstehen, und als er sich schon wegdrehen wollte, packte sie ihn am Kopf und küsste ihn heftig. Erst nach einigen Sekunden riss er sich los und stürmte aus dem Bungalow. Er fühlte sich, als ob er aus einem Traum erwachte. Eben war er noch in dem verdunkelten, prunkvollen Zimmer und fand sich in dieser völlig wahnwitzigen Situation wieder und nun stand er in der prallen Sonne mitten in der Clubanlage und Urlauber, die auf dem Weg zum Strand waren, spazierten mit Poolnudel und Sonnenhut an ihm vorbei. Schnellen Schrittes machte er sich zurück zum Strand, als ihm einfiel, dass er die Spielsachen seines Sohnes holen wollte. Erst nachdem er diese geholt hatte ging er zu seiner Familie zurück. Warum war er mit in dieses Zimmer? Warum ist er nicht sofort wieder hinaus, als er Oksana da liegen sah? Warum hatte er gezögert? Bei allem? Wieso hatte er sich dem Kuss nicht gleich entzogen?

„Alles in Ordnung mit dir?“ erkundigte sich Rose, die ihrem Mann anmerkte, dass etwas nicht stimmte. Sollte er es ihr erzählen?

„Es ist alles ok, mir macht nur die Hitze zu schaffen. Ich liebe dich, Rose.“

„Es tut mir Leid wegen der letzten Tage, ich denke, ich bin im Moment einfach überempfindlich.“ Flüsterte Rose und gab ihm einen weichen Kuss auf die Wange. „Wir kriegen das wieder hin! Ich liebe dich auch.“

Definitiv nicht würde Danny Rose erzählen, was ihm gerade widerfahren war. Es würde den Urlaub ruinieren. Es würde alles ruinieren. Einfach alles.

Fortsetzung folgt…

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