Film, ääähm… Serie ab!

Alles was mich bewegt und mich beeindruckt- darüber schreibe ich. Und wenn ich etwas miterleben darf, bei dem man regelrecht spürt, wie viel Begeisterung, Leidenschaft und Hingabe dahinter steckt, dann finde ich, soll man erst recht darüber erzählen. Daher gibt es heute erstmals einen kleinen Erlebnisbericht von mir. Am Montag hatte ich das Vergnügen bei der exklusiven Premiere von CrimeTube Südtirol „Der Koffer“ dabei zu sein, der ersten Webserie Südtirols.

Zwei junge Männer stehen mit Südtirol 1- Moderator Roland Hillebrand auf der Bühne im Filmclub Bozen. „CRIMETUBE Südtirol“ steht in riesigen Buchstaben über ihren Köpfen geschrieben und stimmen mit den kleinen, wie Sterne wirkenden Lichtpunkte an der Decke des Kinosaals auf den bevorstehenden Abend ein. Ricardo Angelini und Andreas Hartner stellen sich dem Publikum vor. Die Aufregung steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Voller Vorfreude schauen sie sich im Saal um, er ist so gut wie voll. So viele Menschen sind gekommen, um mitzuerleben, was sie auf die Beine gestellt haben. Worin sie Unmengen an Zeit, Hingabe und Ausdauer investiert haben.

Einer dieser Menschen bin ich. Ich sitze im Kinosaal in einer der hinteren Reihen ganz rechts und merke immer mehr, wie gespannt ich auf das bin, was gleich kommen wird. Eine Webserienproduktion, auf die Beine gestellt ausschließlich von Südtirolern. Von passionierten Menschen einer kleinen Region Italiens, in dem die Filmbranche noch so einiges zu lernen hat. Vielleicht, so überlege ich, ist dieser Abend heute ein Grundstein, der gelegt wird, um Südtirol zumindest filmtechnisch ein Stück nach vorne zu bringen. Dann geht es los. Im Saal wird es dunkel, die Stimmen der Besucher verklingen und auf der Leinwand erscheinen zwei Wörter, der Titel der Serie und der Grund, warum ich mit ungefähr 150 anderen neugierigen Leuten in diesem Kinosaal sitze: „Der Koffer“. Sofort begeistert mich die gekonnte Aufmachung. Die Spannung, die sich von der ersten Minute an konstant durch die knapp 50 Minuten zieht, allerdings ohne zu ermüden. Die Schauspieler, die ihre Rollen äußerst gut verkörpern. Die Filmmusik, die passt, wie die Faust aufs Auge. Ich dachte, es sei wenig Budget im Spiel gewesen? Merkt man kaum. Ich muss ein bisschen schmunzeln, weil ich einen der Darsteller und ein paar Locations im Film kenne. Das finde ich irgendwie amüsant, aber interessanterweise keineswegs seltsam. Dafür ist es zu gut gemacht und ich bin extrem positiv überrascht; keinesfalls hätte ich es mir so professionell vorgestellt. Es ist großartig, die eigene Heimat einmal in einem anderen, ziemlich düsteren „Krimi-Licht“ zu sehen. Gleichzeitig fühlt man sich als Zuschauer erleichtert und heilfroh, dass aus Südtirol endlich auch mal etwas Neues, Frisches, ja Innovatives kommt. Nicht nur Wein und Äpfel. Kino. Attraktiv gemachtes, aufregendes Kino. Die Atmosphäre im Saal ist genauso, wie sie sein soll: Niemand redet, ein jeder ist gebannt und längst eingetaucht in die Geschichte, die sich ein paar Meter weiter vorne abspielt. Und auf diese Weise lasse auch ich mich durch die fünf Episoden der ersten Webserie Südtirols tragen und genieße das Mini-Hollywood-Film-Feeling im Kino der Hauptstadt unseres kleinen Landes.

Einen (zunächst) verrückten Traum, einem pläneschmiedenden Mittagessen und zwei äußerst produktive Jahre später ernten Ricardo, Andreas und das gesamte Team hinter diesem einzigartigen Projekt ihren wohlverdienten Applaus, als die letzte Szene gezeigt ist. Erleichterung, Stolz und pure Freude macht sich bei allen Beteiligten breit. Das Publikum hat ihr Herzensprojekt mit offenen Armen- oder um es treffender auszudrücken, mit klatschenden Händen aufgenommen.

„Mir hobn a Vision kop und hobn doron geglab!“ (Ricardo Angelini)

Ricardos und Andreas` ganz persönlicher Koffer dieser kreativen Reise war bis hierhin schwer gefüllt, nämlich mit Mut, Ehrgeiz, Herzblut und einer ordentlichen Portion an Durchhaltevermögen. Ihr erstes Ziel haben die beiden auf jeden Fall schon erreicht: Zu zeigen, dass es in Südtirol sehr wohl kreative und talentierte Leute gibt, die imstande sind, ein solches Projekt auf die Beine zu stellen. Und das war das „Kofferschleppen“ allemal wert.

Alle Mitwirkenden von „Der Koffer“


Seid ihr neugierig geworden? Zurecht! Wenn ihr euch die Südtiroler Webserie ansehen wollt, gibt es noch folgende Kinovorstellungen:

  • Am 29. Dezember 2017 im Vereinshaus Verdingen Klausen
  • Am 4. Januar 2018 im Filmtreff Kaltern

Online zu sehen ist „Der Koffer“ dann ab dem 11.01.2018 auf www.crimetube.bz

2 Gedanken zu „Film, ääähm… Serie ab!

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