Das menschliche Paradox

Wir warten unser Leben lang.
Auf den Bus. Auf den Zug
Auf andere Leute,
darauf, dass das Glück uns in den Schoß fällt.
Wir warten an der Supermarktschlange oder in der Warteschleife am Telefon.
Darauf, dass die Ampel wieder grün wird.
Und auf den Frühling, damit auch endlich der Sommer kommt.
Darauf, dass die große Liebe einfach so an uns vorbeispaziert
und dass das große Wunder geschieht, welches uns wachrüttelt.

Wir warten.
Und warten.
Und warten.

Wir warten unser Leben lang.
Wir warten  darauf, dass wir in der Arztpraxis aufgerufen werden.
Darauf, bis wir endlich an die Reihe kommen und darauf, dass etwas ganz schnell vorbei ist.
Wir warten auf einen langersehnten Anruf oder den viel zu spät kommenden Besucher.
Darauf, dass wir endlich erwachsen werden
Und dann auf die Momente, in denen wir endlich wieder Kind sein dürfen.
Wir warten auf den Winter, damit auch endlich der Frühling kommt.
Darauf, dass alles irgendwann besser wird
und dass endlich Gras darüber gewachsen ist.

Wir warten.
Und warten.
Und warten.

Wir warten unser Leben lang.
Darauf, dass das Essen im Restaurant endlich kommt.
Auf unseren Feierabend und auf das Wochenende sowieso.
Das ganze Jahr warten wir auf Weihnachten.
und darauf, dass die Feiertage dann ganz schnell wieder vorbei sind.
Wir warten auf unsere Freunde, unsere Familie, unsere Kollegen,
auf die Sonne, den Mond und einem Wink des Universums.
Wir warten auf den Moment, in dem wir endlich mal wir selbst sein können
und darauf, dass wir endlich keine Außenseiter mehr sind.
Wir warten auf eine Antwort
und auf das Gefühl verstanden zu werden.

Wir warten.
Und warten.
Und warten.

Wir warten im Stau auf der Autobahn
und auf den idealen Lichteinfall beim Fotografieren.
Auf die nächste Folge unserer Lieblingssendung
und der Enthüllung eines gut gehüteten Geheimnisses.
Wir warten auf die passende Gelegenheit
und auf den Erfolg.
Darauf, dass alles von ganz alleine läuft
und dass sich in einer Beziehung alles wieder einpendelt.
Darauf, dass der Stress wieder abflaut
und dass man sich endlich wieder über etwas freuen kann.

Wir warten.
Und warten.
Und warten.


Wir warten auf Inspiration
und darauf, dass uns die Muse küsst.
Wir warten an der Kinokasse
und darauf, dass der Film beginnt.
Wir warten auf die richtigen Worte
und auf den passenden Augenblick.
Darauf, dass uns der andere ein Zeichen gibt, damit wir auch endlich loslegen können.
Mit dem Lieben, dem Träume-Leben, der Zukunft.
Wir warten, dass wir endlich losfahren können
und dann darauf, dass wir unser Ziel irgendwann erreichen.

Wir warten.
Und warten.
Und warten.

Wir warten ab und trinken Tee.

Oft wissen wir nicht wirklich, worauf wir warten, aber wir erwarten etwas, hoffen auf etwas. Dass es vorangeht, etwas Gutes geschieht.  Dass uns das Leben ein klein wenig mehr umarmt.


Wir warten darauf, dass etwas passiert – und nichts passiert, weil wir zu lange gewartet haben.

Und du?

Worauf wartest du noch?


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4 Gedanken zu „Das menschliche Paradox

  1. irenehuber

    Tun heißt die Devise! Der richtige Augenblick kommt sowieso nie; aber man kann ihn selber versuchen zu erschaffen, denn wir sind schließlich die Schriftsteller und Regisseure unseres eigenen Lebens. Wartest du noch, oder lebst du schon 😉 ?!

    Gefällt 1 Person

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